Kinder und Mathematik in der Universität (Ki-Math-Un)

Ki-Math-Un

Ein Projekt zur Förderung mathematisch besonders befähigter Grundschulkinder im Institut für Mathematikdidaktik der Universität zu Köln

 

(1) Worin bestehen die wesentlichen Zielsetzungen dieses Projektes?

 

(1.1) Leitlinie „Grundschulkinder“

Im Hinblick auf das Alter der teilnehmenden Kinder zielt dieses, seit 2002 bestehende Projekt, auf Grundschulkinder des 3. wie 4. Schuljahres.

(1.2) Leitlinie „Mathematik als Tätigkeit, als Prozess des Findens oder Erfindens von Mustern“

„Mathematik ist eine Geistesverfassung, die man sich handelnd erwirbt und vor allem die Haltung, keiner Autorität zu glauben, sondern vor allem immer wieder ´warum´ zu fragen:

Warum ist 3 ? 4 dasselbe wie 4 ? 3 ? Warum multipliziert man mit 100, indem man zwei Nullen anhängt?

Eine Geisteshaltung erwirbt man aber nicht, indem einer einem schnell erzählt, wie er sich zu benehmen hat.

Man lernt sie durch Tätigsein, indem man Probleme löst, allein oder in seiner Gruppe – Probleme, in denen Mathematik steckt“ (H. Freudenthal, 1982).

Wenn wir Mathematik als „Wissenschaft von den Mustern“ begreifen, die zu finden oder zu erfinden sind, dann kann diese Orientierung als fachspezifisches Leitmotiv des Projektes gelten.

(1.3) Leitlinie „Anreicherung (enrichment) und nicht Beschleunigung (acceleration)“

Inhaltlich ist das Arbeiten im Projekt auf elementar-mathematische Problemstellungen abgestellt, in welchen Inhalte des schulischen Mathematikunterrichts zwar aufgenommen, aber substanziell angereichert und vertieft werden; die Freude der Kinder am problemlösenden Denken soll verstärkt werden; die intellektuelle Neugier der Kinder ist hoch erwünscht, durchaus auch ein ´Querdenken´, nicht dagegen die rechnerische Routiniertheit von ´Rechen-Königen´ oder ´Rechen-Königinnen´!

(1.4) Leitlinie „Lernende als individuelle Subjekte, die miteinander kommunizieren“

Lernende sind von Anfang an primär als individuelle Subjekte anzuerkennen – und nicht als Objekte lehrergesteuerter Lernprozesse. Allerdings versuchen wir auch, der Einsicht Rechnung zu tragen, dass Bedeutungen nicht nur etwas sind, was in den einzelnen Köpfen steckt, sondern dass der Gebrauch von Sprache zugleich Kommunikation miteinander ist, wie auch auf Darstellungen von etwas zielt.

Dem soll folgende Rahmung der Treffen dienen:

Ein Fördertreffen ist jeweils durch ein Rahmenthema bestimmt, welches zu Beginn durch ein Startproblem und eine kurze Aussprache vorgestellt wird (Einstiegsphase). Daran schließt sich jeweils eine Bearbeitungsphase an, während derer sich die Kinder – in selbst gewählten Sozial- wie Arbeitsformen – in der ihnen eigenen Weise, also mit allen ihren Singularitäten, der Bearbeitung gewisser Problemaspekte widmen. Die Respektierung der individuellen Lern- und Arbeitsstile der Kinder ist dabei oberstes Gebot: Insbesondere sollen die Kinder ermutigt werden, ihre eigenen Perspektiven zu verfolgen, ihre eigenen Ideen zu entfalten. Schließlich werden die Resultate und Vorgehensweisen von den Kindern selber den anderen vorgestellt, verbunden mit einer Diskussion untereinander (Diskussionsphase).

 

(2) Wie werden die Kinder gefunden, die zur Teilnahme eingeladen werden?

 

(2.1) Gruppengröße und Turnus der Fördertreffen

Alle zwei Jahre wird eine Gruppe von maximal 15 Kindern des 3. Schuljahres gebildet. Diese Gruppe trifft sich turnusmäßig alle zwei Wochen für jeweils zwei Schulstunden in der Universität, und zwar während des 3. und 4. Schuljahres.

(2.2) Schritte zur Konstituierung der nächsten Gruppe 

- Informationstreffen mit Lehrkräften aus dem Primarbereich: Mittwoch, 01. Juni 2016, 16:00 h – 17:30 h, Raum 2.337 [Gebäudekomplex C der Humanwissenschaftlichen Fakultät, Gronewaldstr. 2]

- Vorschläge von Kindern zur Teilnahme im Projekt durch Grundschul-Lehrkräfte: Mittwoch, 28. September 2016, 16:00 h – 17:30 h, Raum 2.337

- Informationstreffen für die Eltern: Donnerstag, 02. Februar 2017, 17:45 h - 19.15 h, Raum H 121 [Gebäudekomplex A der Humanwissenschaftlichen Fakultät, Gronewaldstr. 2]

- ´Schnuppertreffen´ mit den Kindern - für jedes Kind maximal zwei Termine

jeweils 16:00 h – 17:30 h / Raum 2.337

  • Gruppe A: Mittwoch, 25.01.2017, 08.02.2017
  • Gruppe B: Mittwoch, 01.02.2017, 15.02.2017

- Bearbeiten von mathematischen Indikator-Aufgaben durch die Kinder: Samstag, 18. Februar 2017, 9:30 h – 12:45 h / Raum S 133 bzw. S 137 [Gebäudekomplex A der Humanwissenschaftlichen Fakultät, Gronewaldstr. 2]

- Entscheidung über die Einladung zur weiteren Teilnahme im Projekt (für die zweite Hälfte des Schuljahres 2016-2017: März 2017

- Infotreffen der Grundschullehrerinnen: Mittwoch, 08.03.2017, 16:00 h - 17:30 h

- Beginn der regelmäßigen Arbeit mit den Kindern im Projekt: ab 22.03.2017 - mittwochs 15.45 h - 17.30 h, turnusmäßig alle 14 Tage 

 

(3) Wo kann man weitere informationen erhalten?

 

(3.1) Vortrag [PDF, 447 KB]

(Dort findet man zur weiteren inhaltlich-thematischen Information den Text zu einem Vortrag aus der Reihe „Universität im Rathaus“ – 18. Juli 2005: Mathematik in der Grundschule. Ist es nötig, besonders befähigte Kinder bereits im Grundschulalter noch / schon eigens zu fördern?)

(3.2) E-Mail Adresse: mathe-kinder(at)uni-koeln.de

 

Ansprechpersonen:  

Prof. Dr. S. Schmidt
Frau Schaffrath

 

Kölner Mathe AG

Bei der Mathe-AG Köln handelt es sich um eine unabhängige Fortführung des Kinder-Mathematikprojekts von Herrn Prof. Dr. Schmidt - Universität zu Köln. Die AG wird seit 2004 von verschiedenen Mathematiklehrerinnen, Lehrern, Studentinnen und Studenten aus dem Raum Köln ehrenamtlich betreut. Ab Schuljahr 2009/10 hat die Mathe-AG ein neues Zuhause gefunden im Institut für Mathematikdidaktik, Uni Köln, Gronewaldstr. 2. Sie wird durch Herrn Prof. Dr. Meyer unterstützt und wendet sich an begabte Schülerinnen und Schüler der Klassen 7-11, die Spaß an Mathematik haben, gelegentlich auch an Mathematik-Wettbewerben teilnehmen möchten und dazu in entsprechenden Strategien geschult werden wollen. Wer etwas über Geheimschriften, Verschlüsselungen, Fraktale, Fibonacci (und viele andere Mathematiker), Graphentheorie (optimale Wege), mathematische Knobeleien, interessante Probleme der Geometrie und Aufgaben der Informatik erfahren will, ist bei uns richtig. Wir arbeiten in altersgleichen Gruppen von Jgst. 7-11 auf der Grundlage aber unabhängig vom Schulmathematik-Unterricht. Was wir so machen, kann man sich unter Arbeitsmaterialien anschauen. Ausführlich informieren kann man sich auf der Webseite Mathematik und Schule .  

Im Auftrag des Teams              W. Piechatzek